|
Orca
Zu dem folgenden Bericht möchte ich Folgendes voranstellen:
Anfänglich hatte ich an dieser Stelle einen Beitrag platziert, welcher sich in
recht kritischer Form mit dem Angelkutter Orca 2 aus Hirtshals befasste.
Dieser bezog sich auf den/die damaligen Eigner bzw. Mannschaft und entsprach
durchaus den Tatsachen. Zwischenzeitlich erfuhr ich per E-Mail vom
neuen Besitzer/Betreiber, dass die Orca 2 eben diesen gewechselt hat und dass
man noch sehr gegen den "schlechten Ruf der Orca-Flotte" aus vergangenen
Tagen zu kämpfen hat. Deshalb habe ich mich entschlossen, den Bericht zu überarbeiten.
Passagen, die sich auf die damalige Crew und die Geschäftspraktiken
des damaligen Besitzers beziehen, sind aufgrund der o.g. neuen Fakten nicht mehr
relevant und wurden entfernt.
Ich stelle hiermit nochmals klar, dass ich nachfolgend über einen Zeitraum
berichte, in dem die Orca 2 noch nicht ihrem jetzigen Besitzer gehöhrte.
Hier geht es übrigens zur neuen Website der Orca 2.
Dies ist ein Bericht über eine gebuchte Angel-Ausfahrt mit der Orca 2
, Heimathafen Hirtshals, die ich 1998 mit 9 weiteren Angelfreunden unternahm.
Zwei meiner Freunde waren vorher schon einmal am Gelben Riff, allerdings von Hanstholm aus.
Und was da berichtet wurde bzw. auf Fotos zu sehen war, ließ uns spontan entscheiden
: da müssen wir auch hin! Wir befanden, dass es von Vorteil wäre, eine 3-Tages-Ausfahrt
auf der Orca 2 zu buchen. Das kostete damals ca. 750,- DM pro Person.
Der Tag unserer Anreise war gekommen, die ca. 1000 km bis Hirtshals hatten wir bis 02:00 Uhr
hinter uns gebracht. Da wir noch nicht auf den Kutter konnten, versuchten wir in unseren Kleinbussen etwas
Schlaf nachzuholen. Das wollte nicht so recht klappen, da der Wind zu stark am Auto schüttelte
(und zwar mit Stärke 9, aber davon später mehr). Am Morgen brachten wir unser Gepäck an
Bord und nahmen aus dem Munde des Kapitäns zur Kenntnis, was uns seit unserer nächtlichen
Ankunft immer klarer wurde: An eine Ausfahrt war wegen des starken Windes derzeit nicht zu
denken. Selbst die ansässigen Fischer wagten sich nicht vor die Hafenmole. Es blieb also nur
die Hoffnung auf künftige Seewetterberichte. So hatten wir genügend Zeit, die an den Kuttern
aufgestellten Fototafeln mit kapitalen Fischen zu bewundern, was die Moral wieder etwas aufrichtete.
Die Verpflegung gab es wie gebucht (Vollpension) an Bord. Im Verlauf des Tages
ließen wir nichts unversucht, wenigstens von der Mole aus der Fische mit der Brandungsrute
habhaft zu werden. Dazu gab es "Frust-Seegänge" aus Dosen. Ich glaube es wurde ein Mini-Seelachs
direkt an der Molenwand gefangen. Ein Fischer, der werweiß woher kam, wurde von
den Wellen so gebeutelt, dass eine Fahrtrichtung nicht mehr erkennbar war. Irgenwann kam
dann die Wende in Form eines vorsichtig-optimistischen Wetterberichtes. Es wurde uns bedeutet
, dass es in der Nacht losgehen würde. So war es dann auch, und nach 4 - 5 Stunden Fahrt
legte sich der Wind tatsächlich. Nach dem Frühstück (unter anderem auch von reichlich "Reisegold")
wandten wir uns der Pilkerei zu. Die See wurde immer ruhiger, hin und wieder wurden
Fische gefangen, deren Größe allerdings in keinster Weise mit denen auf den oben beschriebenen Foto-Tafeln
zu vergleichen war. Da sich das Wetter hielt, entschied der Kapitän, die
Nacht draußen auf See zu bleiben (so wie es eigentlich für 3 Tage geplant war). Wir hofften
auf den Durchbruch am dritten Tag. Aus diesem Grund beschloß ich, mich bei Zeiten schlafen
zu legen, um fit zu sein für's "große Finale". Ein folgenschwerer Fehler, wie sich später herausstellen sollte!
Einige von meinen Kumpels konnten natürlich nicht genug kriegen und fischten bis
spät in die Nacht (der Kapitän lies den Kutter treiben) und fingen auch noch den einen oder anderen
Dorsch bzw. Seelachs. Dann, mitten in der Nacht wurden die Maschinen wieder gestartet, da der Wind wieder zunahm.
Am Morgen wurden wir gefragt, ob wir trotz der Schaukelei angeln wollen, was wir bejahten.
Also mühsam in die wasserdichten Klamotten gezwängt und ab an die Reeling. Nach 20 Minuten wurde allerdings
vom Kapitän entschieden, wegen des Wetters die finale Rückfahrt anzutreten. Am Rande sei erwähnt, dass während
der Rückfahrt der Wind immer weniger wurde und wir bei mäßigem Wind und Sonnenschein im Hafen anlegten.
Erst eimal waren wir frustriert über unser Pech mit dem Wetter und über einige andere Sachen
, die aus den oben erwähnten Gründen hier weggelassen wurden. Später sollten wir noch öfters erfahren
, das Absagen wegen Schlechtwetter am Gelben Riff Normalität sind.
powered by AB{cms;}
|